BUY BUY BLN SHOPPINGTOURS FOR FASHION ADDICTS

Interview für MOTOR FM (Berlin)



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Ein Artikel im Blog der New York Times "Globespotters"

Article at the Globespotters Blog by the New York Times:



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Interview für das Deutsche Auswärtige Amt (in spanischer Sprache)   

Interview for the German Ministry of Foreign Affairs :    

Hier die deutsche Übersetzung:

Einkaufen in Berlin... Natürlich mit einem persönlichen Berater


Buy.Buy.Bln“ ist das von Marcus Maienschein gegründete Unternehmen, um die Beklemmungen der Zwangskäufer in der deutschen Hauptstadt zu mindern – ob das allein reicht, ist fraglich.Momentan bietet „Buy.Buy.Bln“ vier verschiedene Shoppingtouren an:

Eine Individuelle Spezialtour für eine oder bis zu sechs Personen mit gleichen Vorlieben.Die 'Sneaker-Tour' für Freunde, Sammler und Liebhaber exklusiver und limitierter Sportschuhe.                                                                                                                                              Die Second-Hand-Tour für Freunde von Kleidung aus vergangener Zeit.                                       Und eine Kidstour für Teens zwischen 12 und 16 Jahren – natürlich nur nach Absprache mit den Eltern.

Nichts muss fürchterlich teuer sein, kann es aber.

Keine Tour gleicht der vorherigen, denn für jeden Trip wird eine neue Route zusammengestellt. Sicher ist, dass die Idee, einen Guide fürs Shoppen in Anspruch zu nehmen, vielleicht genauso geistreich ist, wie sauberes Geschirr in einen Geschirrspüler zu stellen. Aber wer schließlich will sich verschwenden und weiß sich stets zu investieren? Das Geld... so sagt ein spanisches Sprichwort. Und wer denkt schon, dass sich Chic mehr im Körper als im Schmuck findet.

Alle die das Gegenteil behaupten, werde ich im Folgenden überzeugen...

Obwohl er hier geboren ist, kehrte Marcus Maienschein erst vor 10 Jahren aus Bayern, wo seine Eltern mit ihm als Kind hingezogen sind, nach Berlin zurück. Bevor er „Buy.Buy.Bln“ gründete, arbeitete er als Verkäufer im größten Kaufhaus Berlins – gegen seinem eigenen Geschmack, muss man sagen – im Alexa: ein Konglomerat von Geschäften, die im Widerspruch zum ehemals sozialistischen Alexanderplatz stehen.

Viele Kunden haben mich nach lokalen Designern oder Einzelstücken von Künstlern, die hier leben und arbeiten, gefragt.“ So kam die Idee, solche Touren zu organisieren und anzubieten. Er gab seine Arbeit auf und begann, seine eigene Idee zu entwickeln. Wie bei fast allen selbständigen und waghalsigen Projekten, war es nicht schwer, die Unterstützung von Freunden und Leuten seines Schlags zu erhalten.

Buy.Buy.Bln“ wurde am 15. Mai 2009 ins Leben gerufen. „Es ist wirklich schwer, für etwaszuwerben, was aus dem Nichts kommt. Aber ich versuche, mich motiviert zu halten“, versichert Marcus.

Seine Kunden – Touristen, Neuberliner oder Berliner Fashion Addicts – kommen aus aller Welt, insbesondere aus Spanien und Frankreich. Aber man muss keine übertriebene Großzügigkeit an den Tag legen oder von einer Verschwendungssucht befallen sein, denn fast jeder kann sich diese Touren leisten. Sprechen wir also über die Preise.

Der Preis der Spezialtour schwankt zwischen 80 und 120 Euro. Eine Gruppe, die jedoch aus mehr als 5 Personen besteht, zahlt 60 Euro pro Person. Für mehr als 2 Personen nimmt Marcus 80 Euro von jedem. Bei der Einzeltour für 1 Person über mindestens 4 Stunden beläuft sich der Betrag auf 100 Euro. Im Allgemeinen dauert die Tour zwischen 4 bis 6 Stunden, in denen gewöhnlich 5 bis 10 Geschäfte besucht werden. Vielleicht auch mehr.

Berlin, das Einkaufsziel

Seinem Look – streets style und casual – fehlt nie das Basecap,seitlich aufgesetzt, den Schirm in geradezu herausforderten Art nach oben gebogen. Außerdem, mittlerweile ein Klassiker unter jungen und nicht ganz so jungen Berlinern – der Stoffbeutel über der Schulter.

Für die individuelle Tour erstellt Marcus eine eigens auf den Kunden angepasste Route, da jedes Geschäft interessant ist, dass eine eigene Identität und einen Stil hat.

Yack Fou, Sorted Store, Hummel Store,Neurotitan,Episoda,Overkill, Awear sind nur einige der Anlaufstellen der Tour.

Für die Sneaker-Tour sind die Kriterien einfach: speziell, exklusiv, trendy und limited edition.

Jeder Kunde gibt gewöhnlich nicht weniger als 400 Euro für die Einkäufe aus. „Ich bin selbständig und arbeite nicht auf Kommission. Jedoch versuche ich ein gutes Netzwerk mit den Geschäften aufzubauen. Diese unterstützen mich mit Kundenrabatten.

Wenn auch Berlin noch einiges fehlt, um sich als etabliertes Einkaufsziel auf einem Level mit Paris, Mailand, London oder New York zu finden, ist sich Marcus sicher, dass Berlin als eine weitere Hochburg für Mode gehandelt werden kann. „Wir haben hier die berühmte Universität der Künste und viele junge europäische Designtalente, die hier leben und die Stadt lieben.“ Events, wie die Fashion Week oder die Fachmesse Bred & Butter für Street- and Urbanwear sind unnachahmlich. Und ich glaube, dies ist nur der Anfang.“

Abseits der klassischen Einkaufstouren

Marcus versucht alle Wünsche seiner Klienten zufrieden zu stellen, spricht mit ihnen vorher, um herauszufinden, was sie wollen, und wenn ihnen die Vorschläge nicht gefallen, so gestaltet er die Tour um. „Ich glaube, dass jeder mit meinem Service zufrieden ist und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt“. Die Tour von Marcus deckt normalerweise die Stadtbezirke Friedrichshain, Mitte, Kreuzberg und Prenzlauer Berg ab, jedoch nicht ausschließlich: „Mir gefällt die Idee von Projekten wie Fashionhain, welche die Läden des Stadtbezirks Friedrichshain fördern. Ich besuche immer diese Art von Veranstaltungen, um gute Beziehungen zu den Händlern und Designern zu knüpfen“.

Er gibt in den Geschäften gern Ratschläge und berät, insofern die Klienten es wünschen. Dabei bleibt er ehrlich: Weder arbeitet er für die Läden, noch hat er die Aufgabe Dinge verkaufen zu müssen. Marcus bevorzugt Ostberlin und Kreuzberg. Will jedoch jemand eine Luxus-Tour, könnte man natürlich auch zum Ku'damm gehen. „Als personal shopper ist es meine Aufgabe, dem Klienten einzigartige Momente in Berlin zu bieten. Ich zeige ihnen Street Art Spots, empfehle Galerien oder Bars, gebe Tipps das Tag und Nachtleben. Und natürlich eine effektive Shoppingtour, aber nicht nach altbackener Reiseführerart. Alles ist jünger, individueller und irgendwie eigen.“

Mit echter Neugier habe ich mich zu einer dieser Touren hinreißen lassen. Marcus nutze jede Gelegenheit, um Flyer in den Geschäften, zu denen er mich führte, zu hinterlassen. Dabei erzählte er einigen Verkäufern, dass er die Domain erworben hat, auf der er die Homepage seines Projektes veröffentlichen wird.

Er fragte um Erlaubnis, ob ich Fotos machen dürfte, und es war nicht schwer, das Vertrauen zu erkennen, das ihm mittlerweile die Verkäufer und Ladenbesitzer entgegenbringen. Und wie gute Partner, gab er mir zum Abschied noch einen heißen Tipp fürs Wochenende.


Interview und Orginaltext von Paco Arteaga Tacoronte

Übersetzung ins Deutsche von Theresa Kilger